Es ist der zweite Tag des zweiten Lockdowns. Gemeinsam mit meinem Fünftklässler befinde ich mich im Home Office/Schooling.

Wir sind beide eher die introvertierten Menschen, ich für meinen Teil autodidaktisch veranlagt, er für seinen Teil eher der Zuhörer, der sich leicht ablenken lässt, beide keine Frühaufsteher.

Und nun sitzen wir in meinem zu Hause eingerichteten Büro, zu zweit und müssen arbeiten und lernen. Beide hatten wir ein wenig Angst vor dem, was auf uns zukommen wird, nachdem es im Frühjahr 2020 vollkommen aus dem Ruder lief und weder er wirklich zum Lernen noch ich so recht zum Arbeiten kam.

Jetzt ist alles anders

Er ist auf einer anderen Schule, ich bin selbständig und absolviere nebenher einen Fernlernkurs und eine weitere Ausbildung. Gleich geblieben ist lediglich das zweite Kind im Haushalt, das noch nicht in die Schule geht und somit Ferien hat.

Es ist der zweite Tag des zweiten Lockdowns. Gemeinsam mit meinem Fünftklässler befinde ich mich im Home Office/Schooling.

Er startet sein Handy, ich meinen Rechner. Glücklicherweise gehört seine Schule nicht zu den Nutzern von Mebis oder anderen, nicht funktionierenden Unterrichtsplattformen. Seine Schule arbeitet über MS Teams und das funktioniert wunderbar. Zwar haben vereinzelt Kinder Probleme beim Einloggen in die richtigen Chats zur korrekten Uhrzeit, ansonsten aber läuft das Programm stabil und ermöglicht so einen Distanzunterricht, der dem Präsenzunterricht in der Schule durchaus ähnelt.

Schon seit vielen Jahren bin ich ein Fan vom Home Office.

Gründe hat das viele, die wohl am stärksten ausgeprägtesten sind die Flexibilität, die mir das remote Arbeiten bietet, der unglaublich kurze Weg zum Arbeitsplatz und ich kann in Jogginghose und Hoodie arbeiten. Ich liebe es, wenn ich nur in Socken bin, eine bequeme Hose und einen kuschligen Pulli tragen kann. Mein Sohn ebenfalls. Sowohl in Schule als auch ins Büro geht keiner von uns in Jogginghose, außerdem tragen wir dort Schuhe.

Technisch klappt alles wunderbar. Hin und wieder hat das heimische Internet einen kurzen Aussetzer und lädt ein wenig länger als üblich, dem Verständnis oder der Arbeit schadet das aber nicht. Wenn Junior einmal Probleme hat, sitze ich direkt neben ihm und kann Abhilfe leisten, wenn er Pause hat, bringt er mir einen frischen Kaffee.

Es ist der zweite Tag des zweiten Lockdowns. Gemeinsam mit meinem Fünftklässler befinde ich mich im Home Office/Schooling.

Alles ist ganz wunderbar.

Zumindest fast alles. Denn Junior hat eine Schwester. Ebenfalls eine Langschläferin. Frühestens zur dritten Schulstunde wacht das Mädchen auf. Ich mache dann kurz Pause und bereite ihr ein Frühstück vor, das sie bei uns in der häuslichen Arbeitsecke einnimmt. Nur wenig später aber beginnt die Langeweile: Sie möchte mit ihrem Bruder spielen oder sich mit mir unterhalten. Beides ist nicht möglich. Das sieht sie schnell ein und spielt allein, in ihrem Zimmer oder im Arbeitsbereich. Sie beschäftigt sich still, malt oder übt Buchstaben schreiben.

Mittags, wenn die letzte Schulstunde vorüber ist, gehen die beiden Kinder kochen. Fischstäbchen, Nudeln, Schnitzel, Milchreis, Suppe – das Repertoire ist inzwischen relativ groß. Ich kann in der Zeit noch weiterarbeiten. Wenn das Essen auf dem Tisch steht, ist der erste Teil meines Arbeitstages beendet und meine Aufmerksamkeit gehört den Kindern. Wir unternehmen etwas zusammen oder spielen gemeinsam. Abends haben die beiden eine feste Ruhezeit. Sie müssen noch nicht schlafen, aber im Bett liegen. Dann beginnt der zweite Teil meines Arbeitstages. Routine-Aufgaben, Buchhaltung, Social-Media-Planung und Emails beantworten stehen nun auf der Agenda. Weiterhin – oder wenn wir nachmittags die Wohnung verlassen haben wieder – in Jogginghose.

Es ist der zweite Tag des zweiten Lockdowns. Gemeinsam mit meinem Fünftklässler befinde ich mich im Home Office/Schooling.

Wohlfühlfaktor Arbeitsplatz 

Ich mag das Arbeiten in vertrauter Umgebung, mit allem um mich herum, was mir lieb und wichtig ist. Natürlich ist es einfacher, wenn die Kinder nicht zusätzlich betreut werden müssen, oder zumindest beide miteinander spielen können, aber inzwischen haben wir uns gut arrangiert. Und zumindest mein Sohn wird meinen Faible für das Home Office übernommen haben. Er schläft bis eine halbe Stunde vor Unterrichtsbeginn – normalerweise ist er zu dieser Zeit schon längst auf dem Schulweg, er hat in den Pausen vollkommene Ruhe und kann sich in sein Zimmer zurückziehen und auch er darf zu Hause, anders als in der Schule, Jogginghose tragen und auf die Schuhe verzichten.

Nach einem holprigen Start für uns beide im ersten Lockdown zeigt uns der zweite aktuell, dass es auch funktionieren kann. Wir sind dennoch beide froh, wenn Junior wieder in die Schule gehen darf und ich mein Home Office für mich allein habe, wenn auch er das längere Schlafen und lernen in Jogginghose vermissen wird.


In den Blogbeiträgen wird auf Grund der besseren Lesbarkeit lediglich eine Geschlechtsvariante genannt.

Selbstverständlich sind in allen Beiträgen an jeder Stelle jedwede Geschlechter gemeint.

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