Darmkrebsvorsorge – ein Erfahrungsbericht

Heute ist es wieder so weit. Die routinemäßige Magen- & Darmspiegelung als Darmkrebsvorsorge.

Laut Altersklasse falle ich noch lange nicht in die Risikogruppe. Da aber Krebs in meiner Familie eine große Rolle spielt, habe ich mich schon früh dazu entschlossen, alle Vorsorgeuntersuchungen teils deutlich vor dem empfohlenen Alter durchführen zu lassen. Notfalls als Selbstzahler.

Die Spiegelung ist eine der Vorsorgen, die ich nicht selbst bezahlen muss.

Bisherige Diagnosen

Bei meiner ersten Darmkrebsvorsorge bekam ich die Diagnose Reizdarm, ein Jahr später wurde zusätzlich ein nicht 100-prozentig arbeitender Magen diagnostiziert. Beides nicht schön, aber beides auch nicht tragisch.

In meiner Familie haben sie schon Polypen und Tumore gefunden, da ist meine Diagnose ein Kinderspiel gegen. Und damit das so bleibt, tue ich mir diese Tortur alle paar Jahre wieder an.

Tortur beschreibt übrigens nicht die Spiegelung an sich, sondern die Vorbereitung.

Am Morgen der Untersuchung habe seit dreieinhalb Tagen nichts gegessen, mein Kreislauf ist am Boden und ich zittere. Es ist zehn Uhr. Seit inzwischen vier Stunden bin ich wach und führe in dieser Zeit ein zweites Mal ab. Aber auch das ist, zwar nicht angenehm, nicht mit Tortur gemeint.

Die Tortur ist das Mittel, mit dem abgeführt wird. Dass es nicht schmackhaft ist, erklärt sich von selbst. Aber es ist regelrecht widerwärtig. Mein Arzt hat es mir als Neuheit auf dem Markt angepriesen. Es sei einfacher in der Handhabung und zugleich wirkungsvoller als das bisherige.

Darmkrebsvorsorge – die Vorbereitung

Am Abend vor der Untersuchung ist die erste Dosis fällig. Das Mittel muss in einem halben Liter Wasser aufgelöst und getrunken werden. Es riecht furchtbar und schmecken tut es noch viel schlimmer. Aber ich bekomme es herunter.

Die zweite Dosis muss am Untersuchungstag bis zwei Stunden vor dem Termin eingenommen sein. Zusätzlich ein bis zwei Liter Wasser. Ich trinke zwar generell viel, aber ohne Kohlensäure brauche ich zumindest Geschmack. Den bietet Leitungswasser eher nicht. Doch ich kämpfe und schaffe es.

Die Dosis selbst aber hat es in sich. Schon nach dem ersten Schluck wird mir speiübel. So übel, dass ich schon vor der kompletten Einnahme das Gefühl bekomme, mich übergeben zu müssen.

Dazu kommt es glücklicherweise nicht, aber mir geht es fast zwei Stunden lang richtig mies. Schon zu diesem Zeitpunkt fährt mein Kreislauf herunter. Ich friere und habe Kopfschmerzen. Hunger sowieso. Das aber liegt nicht an der Vorbereitung der Darmkrebsvorsorge, sondern an meinem Magen. Die letzte Magenspiegelung musste wiederholt werden, weil mein Mittagessen des Vortags aussah wie mein (nicht erlaubtes) Frühstück am Untersuchungstag. Eine weitere Wiederholung möchte ich mit allen Mitteln, auch einem Hungern über letztendlich vier Tage, vermeiden.

Irgendwann habe ich auch diese Dosis samt knapp eineinhalb Liter zusätzlichem Wasser intus und nach einiger Zeit ist mir auch nicht mehr gar so schlecht.

Pünktlich und wohl auch in der Vorbereitung erfolgreich mache ich mich kraftlos auf den Weg zur Praxis. Dort kommen die Kreislaufprobleme wieder deutlich zum Vorschein, ich muss mich setzen. Und auf den Arzt warten.

Darmkrebsvorsorge – die Untersuchung

Mit etwas Verspätung werde ich in den Untersuchungsraum gebeten. Sowohl die Arzthelferinnen als auch der Arzt selbst entschuldigen sich für diese. Das ist es, was ich an der Praxis so mag: Alle (ok, fast) sind freundlich und hilfsbereit.

Nun geht es los mit der Darmkrebsvorsorge. Ich werde an die Überwachungsmonitore angeschlossen und mir wird ein Zugang für das Schlafmittel gelegt. Da ich während der Untersuchung, zumindest außerhalb der Magenspiegelung, eine FFP2-Maske tragen muss, bekomme ich ebenso eine Sauerstoffunterstützung. Ich meine mich aber zu erinnern, dass ich die auch schon ohne Maske erhalten habe. Dazu gibt es eine kurze Erklärung, was der Arzt tun wird und schon bin ich sediert. Ich bekomme nichts von der Untersuchung mit.

Als der Arzt fertig ist, wache ich auf. Eine Arzthelferin begleitet mich in den Aufwachraum und lässt mich dort noch ausruhen. Sie bietet mir Wasser (unbedingt!) und Kekse an.

Ärztliche Besprechung nach der Spiegelung

Auch der Arzt erkundigt sich nach meinem Wohlbefinden. Es ist alles super gelaufen, keine Polypen, nix anderes. Dennoch werde ich zum kurzen Nachgespräch ins Ärztezimmer gebeten. Es geht nochmal um die Magensache. Organisch hat er es überprüft, keine Verengungen oder sonstigen Auffälligkeiten.

Die Empfehlung lautet: Spätestens in fünf Jahren darf ich die Tortur und die anschließende Untersuchung erneut vornehmen lassen.

Allein nach Hause darf man aufgrund der Sedierung nicht, weswegen ich mich abholen lasse. Wieder zu Hause ist der erste Gang zur Kaffeemaschine, der zweite zum Kühlschrank.

Stille Erkrankung Darmkrebs

(c) Felix Burda Stiftung

Koloskopie – (c) Felix Burda Stiftung

Darmkrebs ist eine so genannte stille Krankheit. In zahlreichen Fällen weist der Betroffene keinerlei Symptome auf. Durch die Darmkrebsvorsorge in Form einer Spiegelung aber lässt sich die Vorstufe des Tumors, der Polyp, erkennen. Findet der Arzt bei der Spiegelung einen, entfernt er diesen sofort.

Polypen sind gutartig, können sich aber zu einem Tumor weiterentwickeln. Geschätzt wird hierbei ein Entwicklungszeitraum von zehn Jahren. Das ist auch der Abstand der üblichen Vorsorgeuntersuchungen. Daher sind diese immens wichtig im Kampf gegen den Krebs, da diese ihn effektiv verhindern können.

Felix-Burda-Stiftung – engagierte Aufklärungsarbeit und vieles mehr

(c) Assmann Stiftung (über Felix Burda Stiftung)

(c) Assmann Stiftung (über Felix Burda Stiftung)

Eine umfassende Aufklärung über das Thema Darmkrebs und Darmkrebsvorsorge bekommen Interessenten auf der Seite der Felix-Burda-Stiftung. Benannt nach Felix Burda, der 2001 mit nur 33 Jahren an Darmkrebs verstarb, wurde die Stiftung noch im gleichen Jahr von seinen Eltern gegründet. Sie befasst sich ausschließlich mit Themen rund um den Darmkrebs, agiert international und ist inzwischen eine der bekanntesten deutschen Institutionen auf diesem Gebiet.

Bei keiner anderen Krebsart bietet die Früherkennung so große Heilungschancen auf wie bei Darmkrebs. Daher ist mir die regelmäßige Vorsorge auch diese Tortur wert. Für mich, meine Gesundheit und meine Zukunft.

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