Kommunikation & Beziehung · 2021
Auf den Punkt
Kennst du dein Bild vom Kind - also deine Gedanken, wie du über dein Kind denkst? Das ist entscheidend für deinen Umgang mit ihnen. Finde deine Glaubenssätze, die dein Bild vom Kind ausmachen.
Das Bild vom Kind - dabei handelt es sich um einen Fachbegriff aus der Pädagogik. Vor allem in Betreuungseinrichtungen wie Kindergärten oder Schulhorten kommt dieses Bild vom Kind zu Einsatz. Es ist in den pädagogischen Konzepten verankert und stellt daher die Abgrenzung der einzelnen Einrichtung oder eines Trägers zu anderen dar.
Aber auch in der privaten Kindererziehung dreht sich alles um das Bild vom Kind. Was Eltern und Großeltern sowie andere Bezugspersonen für ein Bild vom Kind, und später auch für ein Bild vom Jugendlichen haben, beeinflusst ihren Umgang mit ihnen.
Im Bild vom Kind beschreibst du, wie du über Kinder denkst, was du ihnen zutraust und welche Fähigkeiten und Kompetenzen du ihnen zuschreibst.
Wie findest du dein Bild vom Kind heraus?
Wenn du dein Bild vom Kind definieren möchtest, ist Ehrlichkeit erforderlich. Nimm dir Zeit, um dieses Bild zu definieren. Sorge dafür, dass du ungestört bist und deine Gedanken und Ideen aufschreiben kannst.Kinder sind ...
Die erste Überlegung, die du anstellen solltest, ist die Beantwortung der Frage, was Kinder deiner Meinung nach sind. Fühl dich in der Beantwortung vollkommen frei. Es gibt keine falschen Antworten, alle Gedanken, die dir hierzu kommen, dürfen sein. Mögliche Antworten können sein:- Kinder sind anstrengend.
- Kinder sind hilflos.
- Kinder sind frech.
- Kinder sind laut.
- Kinder sind der Sinn des Lebens.
- Kinder sind unsere Zukunft.
Kinder brauchen...
Im nächsten Schritt beschäftigst du dich damit, was Kinder brauchen. Auch hier schreibst du alle Antworten auf, die dir in den Sinn kommen. Bewerte deine Antworten nicht schreibe sie einfach nur auf. Mögliche Antworten hierauf könnten sein:- Kinder brauchen Grenzen.
- Kinder brauchen Vater und Mutter.
- Kinder brauchen eine strenge Erziehung.
- Kinder brauchen andere Kinder.
Welche Glaubenssätze stecken dahinter?
Um dein Bild vom Kind anzupassen oder zu prüfen, warum du genau dieses Bild hast, kannst du weitere Schritte gehen. Dafür siehst du dir deine Antworten noch einmal ganz genau an. Lies jede Antwort für sich und überlege, welche Glaubenssätze hinter deinen Gedanken stecken könnten? Ein Glaubenssatz ist eine Regel, die wir als wahr und meist auch als allgemeingültig betrachten. Einige dieser Glaubenssätze bekommen wir von unseren Eltern mit auf den Weg, andere entstehen durch persönliche Erfahrungen. Machen wir mehrmals die gleichen Erfahrungen, entwickeln wir in unseren Gedanken einen solchen Glaubenssatz. Glaubenssätze sind Gedanken wie zum Beispiel:- Kinder sind nicht in der Lage Entscheidungen zu treffen.
- Kinder mit 3 Jahren müssen trocken sein.
- Kinder müssen hinter ihren Eltern zurückstecken. / Eltern müssen hinter ihren Kindern zurückstecken.
- Kinder müssen Ordnung in ihren Zimmern halten.
- Kinder müssen machen, was die Eltern ihnen sagen.
- Ich kann das eh nicht.
- Geld verdirbt den Charakter.
Finde deine Glaubenssätze - wie denkst du über...
Du kannst über deine Antworten zum Bild vom Kind deine Glaubenssätze erkennen, oder aber dich explizit mit möglichen Glaubenssätzen auseinandersetzen. Dazu benötigst du ebenfalls wieder Ruhe und Zeit, dazu Ehrlichkeit. Dann frage dich, wie du über bestimmte Dinge denkst:- Wie denkst du über Geld?
- Wie denkst du über Beziehungen?
- Was bedeutet Glück für dich?
- Was denkst du über die Liebe?
- Wie denkst du über Alkohol, Nikotin, Drogen, Suchtmittel, Fleischkonsum, etc.?
Dein Bild vom Kind finden - das sagt dein Umfeld über dich
Wenn du all deine Gedanken notiert hast, ist eine weitere Möglichkeit, dein Umfeld zu befragen. Frag deine Familie, deine Freunde, deine Kollegen wie sie dich beschreiben würden. Frage sie, was sie denken, dass dir wichtig ist und wie du ihrer Meinung nach zu den oben genannten Begrifflichkeiten stehst. Nimm ihre Antworten wertfrei und ohne Urteil an. Prüfe anschließend in Ruhe, ob es sich bei diesen Aussagen tatsächlich um deine Eigenschaften und Verhaltensweisen handelt oder vielleicht doch eher um einen Glaubenssatz der befragten Person.Wenn´s schmerzhaft wird, bist du nah dran
Eine weitere Möglichkeit ist zeitaufwändig, aber sehr effektiv. Schreibe die Geschichte deines Lebens. Notiere erst einmal Verhaltensweisen in deinem Stammbaum.- Welche Jobs werden typischerweise in deiner Ursprungsfamilie ausgeübt?
- Welchen Hobbys wird nachgegangen?
- Wie stehen deinen Verwandten und Vorfahren zu Selbstverwirklichung?
- Wo bist du aufgewachsen?
- Wie bist du aufgewachsen?
- Welche Entscheidungen haben dich geprägt?
- Warum hast du diese Entscheidungen getroffen?
