Wenn Sie einen Unfall oder eine schwere Krankheit hätten und ein Spende-Organ benötigten, würden Sie dieses annehmen, um wieder gesund zu werden? Wahrscheinlich würde kaum jemand diese Frage mit „Nein“ beantworten.

Aktuell warten nach Angaben von Eurotransplant rund 12.000 Menschen auf ein Spendeorgan – 8.000 von ihnen auf eine Niere. Etwa 66 Prozent von ihnen werden sterben, bevor sie ein Spende-Organ bekommen. Grund dafür ist, dass es deutlich zu wenige Spender gibt.

Jeder kann spenden

Jeder, mit wenigen Ausnahmen, kann Spender werden. Mit einem Organspendeausweis bekunden Sie für den Ernstfall Ihre Entscheidung. Sie können sich mit einem Organspendeausweis aber auch eindeutig gegen eine Spende entscheiden. Haben Sie keinen solchen Ausweis, sind es Ihre Angehörigen, die nach Ihrem Tod entscheiden müssen, ob Ihre Organe zur Lebensrettung eines anderen Menschen freigegeben werden sollen oder nicht. 

Es gibt lediglich zweierlei Kriterien, bei denen einem willigen Spender keine Organe entnommen werden: Zum einen sind HIV-infizierte Personen vom Spenden ausgenommen, zum anderen Menschen, die an einer akuten Krebs-Erkrankung leiden. Alle anderen Erkrankungen werden fallweise beurteilt.

Informationsaufgabe der Krankenkassen

Seit dem 01.11.2012 sind die Krankenkassen in Deutschland verpflichtet, alle Versicherten, die das 16. Lebensjahr vollendet haben, in regelmäßigen Abständen über das Thema Organspende zu informieren. Dennoch besitzen erst 25 Prozent der Deutschen einen Spendeausweis.

Wussten Sie schon, dass…

  • Sie Ihre Entscheidung für oder gegen eine Spende jederzeit ändern können?
  • Sie nur bestimmte Organe zur Spende freigeben bzw. gewisse Organe von der Spende ausschließen können?
  • Sie auch Gewebe spenden können? Dazu zählen unter anderem Augenhornhaut, Knochenmaterial, Gefäße oder auch Haut.
  • etwa 10 Prozent der Wartenden Kinder sind? Bei ihnen sind es meist angeborene Fehlbildungen der Organe, die eine Spende erforderlich machen.
  • Patienten durchschnittlich fünf Jahre auf ein Spendeorgan warten müssen?

Durchgeführte Transplantationen

In der Zeit von 1963 bis 2011 wurden laut DSO mehr als 70.000 Nieren-Transplantationen, knapp 3.500 Lungentransplantationen, fast 11.000 Herztransplantationen und über 13.500 Lebertransplantationen durchgeführt.

Wann werden Organe entnommen?

Viele Menschen geben als Grund, warum Sie keinen Spendeausweis haben oder kein Spender werden möchten, an, dass Sie die Befürchtung haben, dass Sie „schneller“ für tot erklärt werden als ein Nicht-Spender.

Seien Sie beruhigt: In Deutschland gilt der Hirntod als das Ende des menschlichen Lebens. Erst, wenn ein Mensch für hirntot erklärt wird, wird die Entnahme von Spendeorganen vorgenommen.

Definition Hirntod

Der Hirntod wird festgestellt, wenn das Patientengehirn keinerlei Aktivität mehr aufweist. Das Wiedererlangen des Bewusstseins ist ausgeschlossen, das gesamte Hirn verfügt über keinerlei Funktion mehr.

Der Hirntod kann von Medizinern von anderen Verletzungen des Hirns, etwa einem (Wach-)Koma, eindeutig differenziert werden.